Eine super Truppe - Ein Kommen und Gehen
Das Meerforellencamp
Fehmarn, 21.04.2011
Nachdem es Mitte Februar mit den Lachsen und Mefos auf Rügen (siehe Bericht "Lockruf der Lachse") ja nicht so klappen wollte und wir fest entschlossen waren, uns das Silber der Ostsee zu holen - egal an welcher Küste - haben wir uns diesmal wieder Richtung Fehmarn aufgemacht. Andi hat wieder mal die Organisation der Unterkunft übernommen und uns eines der netten kleinen Häuschen direkt am Flügger Strand reserviert.
Der erste Tag im Camp
Andi, Vale, Jenny und ich sind am Samstag um ca. 13 Uhr am Campingplatz Flügger Strand angekommen und haben erst mal unsere Hütte bezogen. Kurz darauf ist auch schon Karin eingetroffen, mit der wir uns diesmal zum gemeinsamen Mefo-Angeln verabredet hatten. Karin hat letztes Jahr die schöne 70er gefangen (siehe Bericht "Einfach herrlich") und war natürlich genauso heiß aufs Angeln wie wir. Nachdem unsere Autos entladen waren, ging es über die Düne zum Strand um einen ersten Blick aufs Meer zu werfen. Das Wasser war vom Sturm, der die letzten beiden Tage gewütet hatte sehr angetrübt und die Brandung war auch noch etwas rauher, was sich aber zum Abend hin laut Wetterbericht legen sollte. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel. Das Wetter war echt Top!
Jetzt schnell die Watklamotten anziehen, das Tackle richten und nichts wie los ans Wasser. Unser Plan war es, die ersten Tage komplett den Flügger Strand zu befischen, da der Wind günstig mäßig aus Nordwesten blies.
Also ging es erst mal los Richtung Leutturm, wo wir uns zu viert ausbreiteten. Am späten Nachmittag ist dann endlich auch unser Jörn hinzugestossen. Die Bisse blieben leider heute aus und bis auf einen Nachläufer bei Andi, haben wir auch keine Mefos gesehen. Das Wasser war doch noch etwas zu trüb. Da halfen heute auch keine Blinker in Schockfarben. Der Abend ging mit einem Tollen Grillen, ein paar Bierchen und Gesprächen über unsere geplante Norwegenreise am Lagerfeuer zu Ende. Erschöpft von der langen Anreise und den vielen Würfen sind wir dann alle ins Bett gefallen.
Immer noch Braunalgen entlang der Küste
Der nächste Tag war da, das Wetter zeigte sich bereits morgens von seiner schönsten Seite. Ein Blick ins Meer verriet, daß das Wasser immer noch sehr getrübt war. Ungeachtet dessen sind wir voller Vorfruede wieder Richtung Leuchtturm marschiert. Heute sollte es mit meiner ersten Mefo klappen. Jörn hat den Start mit einer blitzeblanken ca. 36er Meerforelle hingelegt, die umgehend released wurde. Um die Mittagszeit, war dann Beissflaute angesagt. Jörn musste uns leider schon wieder verlassen und hat am frühen Nachmittag seine sieben Sachen gepackt. Er ist dann mit den Worten "Heute rappelt´s noch bei dir..." los gefahren. So war es dann auch! Denn ein paar Stunden später hat sich eine blanke 38er meinen Boss-Blinker der Farbe Rainbowtrout geschnappt. Endlich war es soweit! Meine erste Mefo war gehakt und konnte sicher gelandet werden. Nach einem kleinen Fotoshooting durfte sie auch gleich wieder zurück in ihr Element.
Als die Dämmerung eingesetzt hatte, hat es dann erneut in meiner Rute geruckt und eine schöne 41er wollte unbedingt den Rot-Schwarzen Boss Blinker haben. Auch diese konnte nach einem tollen Fight sicher gelandet werden. Schnell noch ein kleines Foto zur Erinnerung und dann ging es zurück ins mittlerweile leicht aufgehellte Wasser. Es war eine echt tolle Erfahrung für mich. Da ich die letzten 3 Urlaube außer gefühlten 300 Hornis, einen Dorsch und den größten Knurrhahn der Ostsee bisher leider keine Mefo landen konnte. Den Rest des Abends war ich so happy und hab nur noch gegrinst.
Der Montag brachte erneut Silber!
Kaum zu glauben, es war schon wieder Montag. Der Wettergott schien uns gnädig zu sein und hat uns wieder einen super Tag beschert. Das Wasser war heute deutlich klarer als die letzten beiden Tage. Wegen der brennenden Sonne haben wir heute auch nur kurz morgens geangelt, leider ohne Erfolg. Dann ging es abends wieder weiter. Vale und Karin konnten beide in den Abendstunden jeweils eine 35er landen. Andi hatte kurz darauf zwei schöne knapp 40er am Band, die sicher gekeschert und released wurden. Für die relativ kurze Angelzeit, war der Mefo-Schnitt des Tages doch recht ordentlich.
Leider mussten wir feststellen, dass es die anderen Angler am Strand mit den Schonmaßen scheinbar nicht so genau nehmen.
Da wurden Fische mitgenommen, die nicht mal 35cm hatten...
Shopping and fishing
Dienstag morgen: Was für ein Sturm?! Es hat bereits in der Nacht heftig angefangen zu Wehen. Es war schnell klar, dass wir heute nicht in Flügge angeln brauchen. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem Besuch diverser Angelläden in Heiligenhafen zum Shopping wurde der Plan des Tages besprochen. Da der Wind immer noch aus Nordwesten kam und nicht nachzulassen schien, wollten wir es an der Ostküste versuchen. Unser erstes Ziel war Marienleuchte. Kurz runter zum Strand, wo bereits einige Brandungsangler ihr Lager aufgeschlagen hatten und gesehen, dass es doch ordentlich reinpfeift. Also ging es weiter nach Presen. Auch dort waren die Bedingungen nicht sehr gut. Man konnte sich kaum auf den Beinen halten und wurde fast umgeblasen. Nächste Station - Klausdorf. Auch hier nicht optimal bei der Brandung. Letztendlich haben wir dann in Gahlendorf geparkt und sind die Steilküste entlang Richtung Katharinenhof gewandert. Bis zur einsetzenden Dämmerung ging nichts. Dann hat es plötzlich in meiner Rute heftig geruckt und die Bremse ging los. Was für ein Biss! Leider hatte der Fisch sich nach einem kurzen Drill vom Haken befreien können. Es war auf jeden Fall was größeres. Kurz darauf ging es wieder zurück zum Parkplatz. Wir haben den über einen Kilometer langen Fußmarsch gerade noch rechtzeitig beendet, bevor es anfing zu regnen. Heute haben wir wirklich alles gegeben. Es war stürmisch, saukalt und die Brandung war so stark, dass wir teilweise bis zur Schulter in der Welle standen. Extreme Fishing...
Tag der Abreise
Auch am folgenden Tag war der Sturm noch so heftig, dass die Bedingungen eher schwierig werden würden. Für Jenny und mich war heute der Tag der Abreise gekommen. Die 4 Angeltage sind so schnell vergangen und es fällt mir schwer wieder die Heimreise anzutreten. Die Koffer waren nach dem Frühstück schnell gepackt und es ging langsam los. Wenn man schon mal in der Gegend ist, kann man ja auch gleich mal wieder beim Moritz Nord in Kaltenkirchen vorbei schauen, dachte ich mir. Gesagt, getan. ;-) Als wir gegen halb 9 Uhr abends daheim ankamen, hab ich bereits sehnsüchtig auf die Fangberichte von Andi und Vale gewartet. Leider konnten sie bei der braunen Suppe keine Fische überlisten.
Ein Riesennachläufer
Am nächsten Tag waren die Bedingungen wieder besser. Hier der Bericht von Andi vom Donnerstag:
Vale und ich waren seit heute Morgen in Flügge unterwegs. Zuerst hatten wir noch gut Wind und Brandung. Heute Mittag wurde es besser, aber das Wasser war immer noch sau trüb. Leider keine Kontakte. Vale hat sich gegen 18:00 Uhr verabschiedet. Ich habe mich dann noch mit Sascha und seinen Freunden getroffen und wir haben noch Mefo-Angeln vom Allerfeinsten erlebt.
Meine Theorie, dass das Wasser noch langsam aufklart und die Mefos nach den stürmigen Tagen sicherlich Hunger haben, ging ganz gut auf. Wir haben von 19:00 Uhr bis ca. 20:45 Uhr geangelt. Leider konnte ich nur eine ca. 40 er landen (schwimmt natürlich wieder). Sascha hatte 2 Bisse mit Kurzdrill, einer seiner Kumpels ebenfalls einen Kurzdrill. Es gab noch Kontakte und ich hatte einen Riesennachläufer. War echt richtig geil!!! Morgen früh um 05:30 Uhr geht's weiter.
Prachtvolle 65er zum Abschluss
Eigentlich könnte Sascha ja auch mal den Bericht schreiben, da wir aber Arbeitsteilung haben und ich heute mit dem Drillen nichts am Hut hatte, darf ich halt schreiben. Wir hatten geglaubt, das der gestrige Tag schon eine absolute Ausnahme war, aber der heutige topt alles. Aber der Reihe nach. Wir sind heute morgen früh raus und standen bereits ab ca. 06:00 Uhr am Wasser. Die Befürchtungen sind eingetreten. Kein Wind und glasklares Wasser. Wir haben bis ca. 08:30 Uhr alles gegeben, aber keine Chance gehabt. Ich hatte es heute Nachmittag mit Sbiro und Fliege probiert, aber die Bedingungen waren echt schlecht.
Ich hatte mich mit den Jungs (übrigens eine klasse Truppe) ab ca. 17:00 Uhr verabredet. Die Jungs waren schon etwas früher dran und Florian dachte sich, da fange ich doch schon mal eine Mefo. Die Mefo hatte so knapp unter 40 cm und wurde natürlich zurückgesetzt. Es war die gleiche Stelle wie gestern. Wir wanderten dann den Strand ab, aber leider keine Kontakte. Zur heissen Zeit (ab ca. 19:00 Uhr) wollten wir dann wieder zu unserer Stelle, aber die war leider schon besetzt. Unsere gestrigen Fänge wurden halt gut beobachtet. Egal, wir stellen uns halt links und rechts daneben. Wir mussten dann miterleben, wie unser Besetzer eine schöne Mefo bei der Landung am Strand versemmelt hat und noch einige Bisse nicht verwerten konnten. Jetzt kam die Zeit von Florian, Philipp und Sascha. Erst konnte Philipp seine erste Mefo fangen, bevor Florian konterte und gleich seine zweite heute fing. Beide so um die 38-40 cm, somit natürlich wieder schwimmen gelassen. Jetzt kam Sascha's Stunde. Ich konnte von ganz Links aussen erkennen, wie er einen heftigen Einschlag in der Rute hatte. Es folgte ein super Drill mit etlichen Sprüngen und Fluchten. Philipp kam mit dem Kescher zur Hilfe und konnte bereits den ersten Kescherversuch erfolgreich abschliessen. Das Ergebnis im Netz konnte sich sehen lassen. Eine prachtvolle 65 cm Mefo!!! Da es Anzeichen eines Absteigers gab, wurde sie schonend zurückgesetzt. Ein herrlicher Abschluss eines unglaublichen Angelabends.
Morgen machen wir noch einen kurze 2-3 Stunden Abstecher, bevor wir dann alle nach wieder Hause müssen.
Resümee unseres Trips:
Wir hatten diesmal super Bedingungen zum Mefofang, auch wenn es zwei Tage gestürmt hat. Man sieht, dass einem an der Küste alles passieren kann. Mefos beissen auch bei widrigen Bedingungen. Zum größten Teil hatten wir ja gutes Wetter. Auch die Anzahl der gefangenen Fische war recht gut. Alle durften wieder schwimmen. Auch wenn es diesmal ein Kommen und Gehen der Angelkollegen war, hatten wir ein paar tolle gemeinsame Tage!! Kein Wunder bei der super Truppe!!
Fotos und Text: Marco Volland
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