Frühlingserwachen am Strand

Wismarer Bucht, 19.03.2010

Wie geplant, habe ich am 04.03.2010 meine "Meefoversuchstour" durchgeführt. Als ich bei der Wismarer Bucht um 10:30 Uhr ankam, wehte schon eine gute Brise aus Nord. So etwa 3 bf. Ein Gleichgesinnter stand schon im Wasser und versuchte sein Glück. Da er sehr weit im Wasser stand (auf einem Riff), ging ich noch etwa 300 - 400 m weiter Richtung norden. An einer Stelle, wo das Fischen bei dem Seitenwind noch möglich war, ging ich ins Wasser. "Versuchsköder" war ein Snaps Draget 25 gr. rot/schwarz.

Nach 10 Minuten musste ich feststellen, dass der Wind noch mal ne ordentliche Schippe zugelegt hatte. Er blies jetzt mit gut 4-5 bf aus Nord.Nach weiteren 10 Minuten und gut 8 Gewaltwürfen entschloss ich mich, an dieser Stelle das Angeln abzubrechen. An eine kontrollierte Köderführung war nicht im Ansatz zu denken. Also eine neue Stelle anfahren. Aber wohin bei dem Nordwind? Da fiel mir ein, dass ich zuvor an einem Strandabschnitt vorbeigefahren bin, der leicht im "Windschatten" lag, am Wochenende noch mit einer Eisdecke verschlossen war und jetzt "eisfrei" war. Diese Stelle zeichnet sich durch einen geringeren Salzgehalt und durch Seegrasfelder aus. Aufgrund des geringeren Salzgehaltes und der Lage war der Küstenabschnitt auch recht lange mit Eis bedeckt.

Als ich dort ankam und zum Strand ging, erwarteten mich viele Eisschollen am Ufer, einige Wellen schräg von links und etliche Schwäne. Schwäne, Seegras? Da sollte doch was gehen. Dank meiner überragenden Körpergröße (nur 1,70m), kam ich bis etwa 10 m an die Seegrasflächen heran. Das sollte reichen. Das Fischen war nicht einfach, denn ich musste dem Köder, wieder der Snaps Draget 25 gr. rot/schwarz , ordentlich Schwung verleihen, dass er die von mir angepeilten 60 - 70 m schaffte. So konnte ich den Köder eine längere Strecke über die Seegrasfelder führen. Zwischenzeitlich war es schon 13:30 Uhr geworden und die Sonne schien mir auf den Pelz. Wäre der kalte Wind nicht gewesen, ich hätte vor lauter "Entspannung" gar nicht konzentriert Fischen können. Dank des Windes und der damit verbundenen Wellen, musste ich meine Arme immer recht hochhalten. Es gibt sicherlich entspanntere Körperhaltungen. Meine Gedanken schweiften um den Köder, der unermüdlich seine Bahnen durch die knapp 1 Grad kalte Ostsee zog. Wie aus dem NICHTS, durchfuhr meine Rute ein Schlag. Meerforellenkontakt!

Das Adrenalin und da werden mir die meisten zustimmen, schoss mir schlagartig in die gefrorenen Glieder!
Nach kurzem Drill konnte mein Watkescher eine pralle silberne Schönheit von 53 cm Länge umschließen.
Ich versorgte den Fisch und angelte konzentriert weiter. Aber ein weiterer Fischkontakt war mir leider nicht mehr vergönnt. Um 15:45 Uhr verließ ich das Wasser, um das Ostseesilber noch ins rechte Licht zu bringen.
Anschließend trat ich die Heimfahrt an. Der Mageninhalt der Meerforelle ergab:

1x Grundel (Aalmutter ?) 3 cm
1x Grundel (Aalmutter ?) 5 cm
1x Tobiasfisch 15 cm
1x Plötze 11 cm

Das Fleisch war "intensiv orange"! ( schließt auf den Verzehr von Krustentieren z.B. Garnelen)

...what a wonderful day!

Fotos und Text: Rolf Hehmke






Aktuelle Berichte

Dorsch Hecht Lachs Meeräsche Meerforelle Sonstiges Zander

Suchen nach

Allgemein